Auf meinen Wunsch, dass er nach Belgien kommt, antwortete er mir, es ist niemand da für die Schule, wie kann ich die Kinder verlassen? Er wurde 1939 nach Buchenwald deportiert, wo er gezwungen war im Steinbruch zu arbeiten. Die Häftlinge mussten dort Steinblöcke von 100 kg und mehr, ohne jeden praktischen Zweck, auf ihren Schultern von einem Ort zum anderen tragen und wieder zurück. Nur um diese armen Menschen auf diese Art umzubringen...
Ein Bekannter, der Buchenwald überlebte, erzählte mir, dass der Papa bis zum Skelett abgemagert, unfähig weiter zu arbeiten, mit einer Phenol-Injektion ermordet wurde. Seine zweite Frau, die in Wien den Krieg überlebte, erzählte mir, dass man ihr von Buchenwald die Asche sandte und sie dafür noch eine große Summe bezahlen mußte. Leider weiß ich nicht so viel von meinem Vater von dieser Zeit, trotzdem ich ihn des Öfteren sah, bevor ich Wien verließ. Ich glaube, dass ich der einzige von meinen Geschwistern war, der ihn regelmäßig besuchte. Ich nehme an, dass ich soweit alles, was ich von ihm weiß berichtete. Es sind ja schließlich schon über 60 Jahre seither verflossen.