Heinrich Sontag 28
Er hatte ja schließlich nichts zu verlieren und ich müsste ihm doch sowieso zur Seite stehen. Am Anfang befolgte er meine Anweisungen und alles ging ziemlich gut. Wir machten viele gute Kunden und mussten nach kurzer Zeit Renes Schlafzimmer, das seit ihrer Heirat leer stand und von uns als Büro und Lagerraum genutzt wurde, gegen ein wenn auch bescheidenes Lokal tauschen. in den nächsten zwei Jahren mussten wir uns wieder zwei Mal um größere Räumlichkeiten umsehen. Wir hatten nun ein ziemlich großes Warenlager. Freddies Aufgabe war es Kunden zu beschaffen. Edith war für das Büro verantwortlich und Rene half sowohl im Büro als auch im Lager. Nachdem wir nur begrenztes Kapital hatten und unser Kredit bei den Lieferanten noch nicht so hergestellt war, blieb ich bei meinen Job. Ich verließ das Haus um sechs Uhr früh. nahm mir im Auto Kleider zum Wechseln mit, damit ich nach der Arbeit auch Kunden besuchen konnte um Waren abliefern. Es war schwer, aber zufriedenstellend, weil wir ja in unserem Unternehmen Fortschritte machten. Im Jahre 1968 musste ich dann meinen Posten nach acht Jahren aufgeben, um mich ganz unserem Geschäft zu widmen. Wir hatten genug zu tun. Immer wenn von unserer Familie jemand gerade ohne Arbeit war, konnte er in unserem Unternehmen Beschäftigung finden. Walter wurde mit fünfundsechzig Jahren pensioniert und arbeitete bei uns in der Buchhaltung. Und so arbeiteten für uns zeitweilig Sonja, Leslie und Liesls Tochter Betty, die dann ihren Namen in Rose umänderte. Und ich muss sagen, dass ich sehr glücklich war mit der Beschäftigung der Familienmitglieder und ihnen aushelfen zu können. Leider wurde Edith immer leidender und man sagte uns, dass das Klima in Arizona ihr helfen würde, da es sehr trocken ist. Sie hatte ununterbrochen Schmerzen. Und so beschlossen wir 1975 nach Arizona zu übersiedelten. Ich reiste damals nach Phönix um ein für unser Unternehmen angemessenes Lokal für Büro und Lager Räume zu finden. Edith war mit mir. Leider hatte sie einen Unfall. Sie blieb mit ihrem Absatz in einer Vertiefung im Pflaster stecken und brach sich dabei das rechte Hüftgelenk. Man musste ihr ein künstliches Gelenk geben. Ihre Gesundheit ließ damals schon viel zu wünschen übrig. Dazu kam, dass auch ihr Herz nicht mehr so gut funktionierte und wir dann gezwungen waren, unser Unternehmen das uns so gut diente, zu veräußern, damit ich mich ihr ganz widmen konnte. Das war 1979, vier Jahre nach unserer Übersiedlung nach Arizona. Nach vielen schweren Leiden ist Edith dann im Mai 1992 verstorben. Ich hatte das Glück, dass ich 1993 Lisette kennenlernte, die mir eine liebe und getreue Gefährtin ist.